Wie finanziere ich meine Bildungsweg?

 

Jeder hat ein Recht auf Bildung, doch Bildung kostet Geld. Nicht jeder kann mit eigenen Mitteln ein Studium, eine Ausbildung, den zweiten Bildungsweg oder eine Weiterbildung finanzieren. Neben staatlicher Förderung wie BAföG, Fördermöglichkeiten durch die Arbeitsagentur oder Stipendien können Kredite helfen. Verschiedene Banken bieten spezielle Kredite für Studenten an, doch können Kredite auch für die Aus- oder Weiterbildung genutzt werden.

Verschiedene Möglichkeiten für die Finanzierung des Bildungswegs

Wer eine Bildungsmaßnahme wie eine Ausbildung, ein Studium, eine Maßnahme auf dem zweiten Bildungsweg oder eine Fortbildung plant, hat für die Finanzierung verschiedene Möglichkeiten. Welche Möglichkeit für die Finanzierung genutzt wird, hängt von der jeweiligen Art der Bildung ab. Wer die eigenen Mittel für die Finanzierung nicht hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine staatliche Förderung in Anspruch nehmen. BAföG gibt es nicht nur für Studenten, sondern auch für Auszubildende und für diejenigen, die nach der Ausbildung einen höheren Abschluss wie Meister, Techniker oder Betriebswirt planen. Stipendien können für Studenten, aber auch für Berufseinsteiger, die sich weiterbilden möchten, vom Bund gewährt werden. Die Finanzierung verschiedener Bildungsmöglichkeiten kann auch über verschiedene Stiftungen beantragt werden.


Studenten können mit speziell für sie zugeschnittenen Krediten ihr Studium finanzieren und von günstigen Konditionen profitieren.
Wer nicht die Voraussetzungen für die Förderung vom Staat oder über eine Stiftung erfüllt, kann einen Kredit beantragen. Um möglichst günstige Konditionen zu erhalten, lohnt sich ein Kreditvergleich.

Finanzierungsmöglichkeiten für Schüler

Schüler von staatlichen Schulen brauchen in der Regel keine Finanzierung. Die staatlichen Schulen sind für alle zugänglich. Allerdings müssen Bücher und anderes Unterrichtsmaterial von den Schülern selbst bezahlt werden. Schüler aus sozial schwachen Familien können häufig über ihre Schule Vergünstigungen beantragen.
Privatschulen erheben Gebühren, die abhängig vom Einkommen der Eltern sind. Auch der Zugang zu solchen Schulen ist für Schüler aus sozial schwachen Familien nicht grundsätzlich verwehrt. Für diese Schüler sind die Gebühren nur niedrig.
Schüler, die eine allgemeinbildende Schule besuchen, können ab der 10. Klasse, wenn eine Unterbringung außerhalb des Elternhauses erforderlich ist, BAföG erhalten. Die monatliche Unterstützung liegt bei 580 Euro. BAföG wird als voller Zuschuss gewährt und muss nicht zurückgezahlt werden.
Volljährige Schüler, die ein Gymnasium besuchen, können einen Schülerkredit beantragen. Der Schülerkredit dient der Finanzierung der schulischen Ausbildung. Die Rückzahlung erfolgt in niedrigen monatlichen Raten. Zumeist erfolgt die Rückzahlung erst nach dem Abschluss der Ausbildung.

Finanzierung der Ausbildung

Die Finanzierung der Ausbildung ist mit einer Ausbildungsversicherung möglich, die von verschiedenen Versicherern angeboten wird. Sie kann von Eltern bereits abgeschlossen werden, wenn das Kind gerade erst geboren ist. Sie funktioniert ähnlich wie eine Kapitallebensversicherung und ist durch eine lange Laufzeit gekennzeichnet. Die Erträge sind so niedrig, dass sich eine solche Versicherung kaum noch lohnt.
Als staatliche Förderung kann die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt werden. Es handelt sich um einen monatlichen Zuschuss. Damit er gewährt werden kann, muss der Antragsteller mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:
Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme

·         betriebliche oder außerbetriebliche Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, wenn der Ausbildungsbetrieb zu weit von der elterlichen Wohnung entfernt ist

·         betriebliche oder außerbetriebliche Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, wenn der Auszubildende mindestens 18 Jahre alt ist, verheiratet ist oder mit seinem Partner oder seiner Partnerin zusammenlebt

·         betriebliche oder außerbetriebliche Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, wenn der Auszubildende nicht in der Wohnung seiner Eltern lebt und mindestens ein Kind hat.

·         Berufsausbildungsbeihilfe kann nicht gewährt werden, wenn der Antragsteller eine schulische Ausbildung, beispielsweise als Physiotherapeut, absolviert oder bereits von einer anderen Behörde Leistungen erhält.


Volljährige Auszubildende können auch einen Ausbildungskredit beantragen. Er ist mit dem Schülerkredit vergleichbar. Es handelt sich dabei meistens um dasselbe Produkt.

Finanzierung des Studiums

Ein Studium kann teuer werden. Bücher und anderes Lehrmaterial, der Lebensunterhalt, häufig eine Studentenwohnung, aber auch Auslandsaufenthalte wie Praktika müssen finanziert werden. Studenten, die keine Unterstützung durch die Eltern erhalten können, haben verschiedene Möglichkeiten für die Finanzierung. Neben staatlichen Fördermöglichkeiten können Studenten auch speziell auf sie zugeschnittene Kredite zu günstigen Konditionen beantragen.

BAföG als staatliche Finanzierungsmöglichkeit


Der Klassiker für die Finanzierung von staatlicher Seite ist BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz). Studenten an Hochschulen, Akademien und höheren Fachschulen haben Anspruch auf BAföG. Es wird zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Darlehen gewährt. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden, auch nicht, wenn der Studienerfolg ausbleibt. Zusätzlich können weitere Zuschläge gewählt werden, die nicht zurückgezahlt werden müssen:
- Auslandsstudiengebühren bis 4.600 Euro für ein Jahr
- Ausbildungsförderung wegen Behinderung, Schwangerschaft oder Pflege und Erziehung eines Kindes bis 14 Jahren
- Kinderbetreuungszuschlag für Auszubildende, in deren Haushalt mindestens ein Kind lebt, das noch nicht das 14. Lebensjahr vollendet hat.
Studenten, die ihr Studium nicht bis zum Ende der Förderungshöchstdauer abschließen konnten und die Förderung bis zum Studienabschluss beantragt haben, erhalten die Förderung als Volldarlehen. Sie müssen die gesamte Förderung zurückzahlen.

Finanzierung des Studiums mit Stipendien

Stipendien werden von Begabtenförderungswerken gewährt. Sie können jedoch nicht nur von Studenten mit Bestnoten beansprucht werden. Die Stipendiengeber können auch von anderen Kriterien wie ehrenamtlichen Tätigkeiten oder besonderem Engagement in verschiedenen Bereichen überzeugt werden. Abhängig vom Stipendiengeber gelten unterschiedliche Bedingungen für Stipendien. Häufig werden mit einem Stipendium bestimmte Zielgruppen angesprochen, beispielsweise Nichtakademiker oder studierende Mütter. Stipendiengeber können Unternehmen, Kirchen, Parteien oder andere Institutionen sein. Das Stipendium muss nicht zurückgezahlt werden. Es gibt verschiedene Stipendienprogramme, die sich jährlich ändern können. Eigenbewerbungen für Stipendien sind bei den meisten Stipendiengebern vorgesehen. Wie hoch das Stipendium ist, hängt vom Stipendiengeber ab.

Studienkredit der KfW

Zur Finanzierung ihres Lebensunterhalts bei einem Erststudium können volljährige Studenten den Studienkredit der KfW beantragen. Voraussetzung ist die Immatrikulation an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland. Zum Zeitpunkt der Antragstellung darf noch kein berufsqualifizierender Hochschulabschluss vorliegen.
Der Studienkredit wird mit einem niedrigen effektiven Jahreszins gewährt. Sicherheiten sind nicht erforderlich. Der Studienkredit kann unabhängig vom Einkommen des Antragstellers gewährt werden. Die monatliche Auszahlung kann flexibel bis zu 650 Euro erfolgen. Die Rückzahlung ist flexibel.

Weitere Kredite für Studenten

Studenten können häufig auch über ihre Hochschule einen Kredit zu günstigen Konditionen beantragen.
Kredite für Studenten werden auch von verschiedenen Banken gewährt. Je nach Bank können solche Kredite an bestimmte Abschlüsse oder Prüfungsergebnisse gebunden sein. Häufig gilt für die Beantragung ein Höchstalter. Der Kredit wird oft erst nach Studienabschluss in niedrigen monatlichen Raten zurückgezahlt.

Fördermöglichkeiten nach der Ausbildung

Wer eine Ausbildung abgeschlossen und danach Pläne für eine Weiterbildung hat, muss diese Weiterbildung nicht komplett selbst finanzieren. Gewährt der Arbeitgeber bei einer berufsbegleitenden Weiterbildung oder einem Fernstudium keine Unterstützung, kann eine staatliche Förderung beansprucht werden.
Eine staatliche Förderung ist das Aufstiegs-BAföG, das unabhängig vom Beruf und von der Branche gewährt wird. Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Fortbildung Aufstiegspotential hat, beispielsweise als Meister, Techniker oder Betriebswirt. Das BAföG setzt sich aus einem Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, und einem zinsgünstigen Darlehen zusammen. Das BAföG wird einkommensunabhängig zur Deckung der Kosten der Fortbildungsmaßnahme gezahlt. Erfolgt die Weiterbildung in Vollzeit, wird zusätzlich ein Beitrag zum Lebensunterhalt gewährt.
Besonders begabte Berufseinsteiger unter 25 Jahren können ein Weiterbildungsstipendium erhalten. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gewährt. Bestimmte Fortbildungskurse wie Meister- oder Techniker-Lehrgänge, EDV-Kurse oder medizinische Fortbildungen können gefördert werden. Die Förderung erfolgt über zwei Jahre. Zuschüsse bis zu 7.200 Euro können gewährt werden.
Ein Aufstiegsstipendium wird für diejenigen gewährt, die ihre Ausbildung besonders gut abgeschlossen haben und über mindestens zwei Jahre Berufserfahrung verfügen. Die Leistungen müssen mit einer Abschlussnote, einem Leistungswettbewerb oder einer Empfehlung des Arbeitgebers nachgewiesen werden. Bei einem Vollzeitstudium wird eine monatliche Förderung von 815 Euro gewährt. Erfolgt das Studium berufsbegleitend, beträgt die Förderung jährlich 2.400 Euro.

Finanzierungsmöglichkeiten für vielfältige Bildungsvarianten

Kredite für die Finanzierung von Bildung kann fast jeder in Anspruch nehmen. Der Kreditvergleich informiert über die Konditionen bei verschiedenen Banken. Solche Kredite können von Schülern, Auszubildenden oder Studenten beantragt werden. Wer bereits im Berufsleben steht und eine Weiterbildung plant, kann ebenfalls einen Kredit beantragen. Häufig wird eine gute Bonität vorausgesetzt.
BAföG kann von Schülern, Studenten, Auszubildenden und denjenigen beantragt werden, die bereits eine Ausbildung absolviert haben und eine Weiterbildung absolvieren möchten.
Eine Förderung von der Arbeitsagentur kann als Bildungsprämie oder als Bildungsgutschein gewährt werden. Voraussetzung ist, dass die Arbeitslosigkeit im aktuell ausgeübten Job droht oder dass der Antragsteller bereits arbeitssuchend ist. Mit dem Bildungsgutschein sollen zusätzliche Anreize für die eigene Bildung geschaffen werden. Der Bildungsgutschein ist ein Spargutschein, der für eine Geldanlage genutzt werden soll. Das angesparte Guthaben soll zur Finanzierung einer Bildungsmaßnahme genutzt werden und kann dazu auch vor dem Ende der Laufzeit entnommen werden.

Nachfolgend finden Sie einige Empfehlungen zum Thema Finanzierung:

·         https://www.nach-dem-abitur.de/ausbildungsfinanzierung

·         https://www.kredite-vergleich.de/studienkredit-vor-nachteile/

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·         https://www.ausbildung.info/finanzierung-weiterbildung

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